Selfie für das Photoshop-Training

Heute möchte ich Dir die letzten Illusionen rauben. Ohne Photoshop geht im Bereich der Fotografie so gut wie nichts mehr. Die EBV (elektronische Bild-Verarbeitung) gehört dazu wie das Drücken des Auslösers. Natürlich kann man es übertreiben, aber wo fängt die EBV an und wo hört sie auf ? Ich habe auch mal zu der Gattung gehört, die sich geweigert haben ein Bild elektronisch zu bearbeiten. Aber alleine ein Bild in der Helligkeit etwas anzupassen oder nur den passenden Bildschnitt zu wählen ist ja eigentlich auch nichts anderes als EBV. Also wo fangen wir an, wo hören wir auf ?

Ich bin immer wieder erstaunt was mit Photoshop möglich ist. Ich nutze vermutlich 10% dieser Software und diese 10% verlangen bereits enorm viel von mir. Damit ich einem Bild den Look verleihen kann den ich mir dafür vorstelle muss ich teilweise tief in der Trickkiste suchen. Aber zum Glück gibt es dazu ja noch Unmengen von Tutorials, Videos, Beschreibungen im Internet oder altmodische Bücher die man anfassen kann.

In meinem heutigen Beitrag geht es in erster Linie darum mit Photoshop (PS) mehr Details aus einem Bild zu zaubern. Also richtet sich dieser Beitrag vermutlich auch an die PS-User unter Euch. Alle anderen dürfen aber gerne schauen wie das so funktioniert.
Das Ausgangsbild wurde im RAW_Format aufgenommen. Also beim Öffnen in PS muss ich es zuerst im Camera RAW-Konverter entwickeln. Dabei haben ich den Schnitt ins Format 16:9 gesetzt, die Belichtung, Kontrast, usw. etwas angepasst. Fertig.

DetailsSo hole ich die Details aus dem Bild

Photoshop zeigt mir das Bild nun als Hintergrundebene an. Das Prinzip in Photoshop basiert auf der Ebene-Methode bietet so die Möglichkeit alle Änderungen auf unterschiedlichen Ebenen zu vollziehen, damit man a) jederzeit wieder zurück kann und b) nie auch nur ein Pixel der ursprünglichen Datei zerstört. Dabei spricht man von einer non-desktruktiven Bearbeitung.

Details_1Also lege ich mir nun zuerst 2 Kopien der Hintergrund-Ebene an. Das geht ganz einfach mit der Tastenkombination CTRL+J. Also habe ich nun 3 Ebenen übereinander.

Details_2Die oberste der 3 Ebenen invertiere ich mit CTRL+I und setze die Ebenen-Füllmethode in den Modus „Strahlendes Licht“. Sieht cool aus, nicht ? Nein, du siehst nun fast gar nichts ausser einer grauen Ebene. Kommt noch…

Details_3Über Filter/Weichzeichnungsfilter verwende ich den Filter „Matter machen…“. Da die Ebene vorher umgekehrt wurde verhalten sich die Filter nun auch umgekehrt. Also nutze ich nun einen Weichzeichnungsfilter dazu etwas schärfer zu machen — witzig nicht ?

Details_4Aha, da sind wir wieder… Der Filter bewirkt nun das Konturen wieder schärfer gezeichnet werden und so erzeugen wir in der Kombination ein solches Relief. Genau das wollen wir erreichen. Mit dem Werten bei Radius und Schwellenwert musst Du spielen. Das ist abhängig von den Bildinformationen in deinem Foto, aber als Start eignet sich ein Wert von ca. 40 Pixel und ca. 30 Schwellenstufen.

Details_5Nun verbinden wir die obere Ebene mit der darunter liegenden Ebene. Das hat folgenden Hintergrund. Die erste Ebene mussten wir in den Modus strahlendes Licht versetzen. Die untere Ebene müssen wir ebenfalls in eine Füllmethode setzen und deshalb brauchen wir eben von Anfang an 2 Kopien. Also reduzieren wir mal Ebene 1 Kopie mit Ebene 1.

Details_6Nun haben wir die Ebenen reduziert (das siehst Du rechts im Bild). Auf dieser Ebene müssen wir aber nun unbedingt die Farben noch raus nehmen weil wir sonst unschöne Farben in unserem Bild bekommen. Ich mache das über Bild/Korrekturen/Farbton-Sättigung…

Details_7In diesem Dialog reduziere ich einfach die Sättigung auf -100 und bestätige mit OK.

Details_8Die Ebene setze ich nun in die Ebenen-Füllmethode „Ineinanderkopieren“. That’s it

Details_9Hier eine Ausschnittvergrösserung. Links siehst du das Bild vor der Detailextrahierung — Rechts die Hälfte mit den Änderungen von eben. Besonders im Bereich der Haare gewinnt das Bild enorm an Detailreichtum und lässt dem Auge des Betrachters viel mehr Potential.
So zaubere ich mit ein paar wenigen Schritten Details ins Bild. Und das funktioniert auch bei Landschaftsaufnahmen wunderbar.

Finishing

Aber es geht noch weiter. Mit ein paar weiteren Schritten bin ich dann beim Ergebnis wie ich es mir vorgestellt habe.

Details_0Auf der Ebene „Retusche“ habe ich ein paar Hautunreinheiten (man davon habe ich genügend) entfernt. Über die Ebene „Augen heller“ wurde das weiss der Augen leicht erhöht, damit die Augen etwas mehr leuchten und mehr Tiefe erhalten. Eine „Neue Arbeitsebene“ ist die Zusammenfassung der 4 darunterliegenden Ebenen. Eine „Vignettierung“ verleiht zusätzlich Tiefe im Bild und führt den Blick des Betrachters in den helleren Bildteil. Die Ebenen-Gruppe „Abpudern“ dient der Reduzierung von Hautrötungen, wurde bei diesem Bild aber nicht aktiviert. Eine weitere „Neue Arbeitsebene“ beinhaltet nun alles darunterliegende. Die Ebene „SW“ wandelt das Bild in Schwarz-Weiss um und über die Ebene „Dogde and Burn“ werden heller Stellen betont und dunkle Stellen partiell  abgedunkelt, damit erreiche ich zusätzlich noch mehr Tiefe im Bild. Am Ende noch die obligatorische Textebene mit meiner Bildsignatur. Fertichhhh…

Charlie-SelfieNa, alles klar und verstanden ?

Also ich bin froh das ich mir solche Sachen immer wieder a) als Aktionen speichere oder b) auch gerne mal als kleine Dokumentation zusammenschreibe und sorgfältig auf dem Computer speichere wo ich es dann sicherlich nie mehr finde. Aber a) ist ja noch da und mit den Aktionen ist so ein Bild in wenigen Minuten gepimpt.

Ich würde mich über einen Kommentar zu diesem Beitrag sehr freuen und bin gespannt was deine Meinung zum Thema ist. Danke im voraus.

Ein Kommentar

  1. Bruno

    Das ist wirklich beeindruckend. Ich habe das gleich ausprobiert und dadurch enorme Details in meine Bilder zaubern können. Vielen Dank für den Tipp. Super beschrieben und einfach nachzuvollziehen. LG

    Antworten

was meinst Du dazu