HPS Zofingen — ein ISO-Kampf

Am letzten Freitag hatte ich das riesige Vergnügen, anlässlich der 50-Jahr-Feier der HPS Zofingen, als Fotograf im Einsatz zu stehen. Zum Jubiläum haben die Kinder und Mitarbeiter der Heilpädagogischen Schule eine Show einstudiert. Das Motto der Show „HPS 50 Jahre Party – Wir feiern im Rhythmus der letzten 5 Jahrzente“. Und es war ein wundervolles Erlebnis zu sehen mit wieviel Freude die Kinder bei der Sache waren und mit welchem Stolz sie den Applaus für ihre Darbietungen entgegen nahmen. Danke durfte ich dabei sein.

8Der Kampf

Der Stadtsaal Zofingen gehört nicht gerade zu meiner Lieblingslocation. Das liegt nun nicht am Saal selbst, aber an der Tatsache das dort Veranstaltungen stattfinden, die immer schlecht beleuchtet sind. Der Einsatz von Blitzlicht war auch bei einer Schulaufführung nicht erwünscht. So wurden wir beauftragt die Darbietung ohne Blitzlichtgewitter zu fotografieren, was die Kinder weniger irritiert und stören soll. Für eine Orgie an grellen Stroboskop-Salven hätten die zahlreichen Eltern mit ihren Kameras locker gesorgt und den Saal in ein Lichtermeer verwandelt. Aber das wurde Eingangs untersagt. Die Bühne gehörte den Kindern und sie sollten so wenig wie möglich abgelenkt werden.

So, da sind wir also beim Thema — ISO-Empfindlichkeiten — . Wozu dient nochmal die ISO-Einstellung ?

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Wo wenig Licht ist muss die Verschlusszeit länger werden, damit ausreichend Licht auf den Sensor gelangt um das Bild ordentlich zu belichten. Tja soweit ist das OK. Nun habe ich aber Bewegung im Geschehen und ich kann auch die Blende nicht weiter öffnen um mehr Licht auf den Sensor zu schicken. Nun kommt eben die ISO ins Spiel. Mit einer Erhöhung des ISO-Wert wird nun der Sensor empfindlicher und braucht somit weniger Licht um helle Punkte zu erzeugen. Damit kann ich wieder mit Verschlusszeiten arbeiten die es mir erlauben das Geschehen scharf abzubilden. Leider gibt es nun noch ein klitze-kleines Problem und das nennt sich — Bildrauschen– .

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Wer seine Kamera kennt, kennt auch die Grenzen bei der ISO-Empfindlichkeit. Wann setzt das Bildrauschen ein und wann kommt der Punkt an dem auch der Einsatz von entsprechender Software nichts mehr bringt. Diesen Weg muss man gehen und dieser Weg ist manchmal sehr, sehr steinig oder eben körnig.

lieber ein Bild das rauscht, als gar kein Bild

Meine Sony A900 ist eine tolle Kamera. Aber was das Rauschverhalten angeht ist das bei ihr so eine Sache. Ich arbeite gerne mit ISO-Werten von 100-200. Danach  fängt das leider schon an zu grieseln. Die Schmerzgrenze liegt bei ISO 1600. Danach ist das Ergebnis eigentlich nicht mehr brauchbar bzw. ich kämpfe einen Kampf den ich bisher immer verloren habe. Da ist so viel Bildrauschen vorhanden dass ich es als wildes Schneetreiben verkaufen kann, was bei Winter-Landschaftsaufnahmen vielleicht durchgeht aber nicht bei einem Anlass in einem Stadtsaal.

21Heutige Kameras erreichen bei der ISO-Empfindlichkeit super Werte und schnell lassen sich selbst bei schlechten Lichtverhältnissen noch Bilder schiessen die vor wenigen Jahren undenkbar gewesen sind. Zu dieser Sorte gehört meine dicke Sony sicherlich nicht. Aber das Wichtigste ist, dass ich diesem Umstand Kenntnis trage und somit das Einsatzgebiet von ihr kenne.

Ich gehöre auch nicht zu den Fanatikern die dem Pixelwahnsinn verfallen sind und beim geringsten Bildrauschen bereits in Klagelieder des Muezzin verfallen. Gut eingesetzt kann Bildrauschen durchaus auch als Stilelement verwendet werden. Mir gefällt es durchaus im Bereich von Schwarz-Weiss-Bildern und es kann schnell einen Old-Touch verleihen.

29So kämpfe ich aber trotzdem jedes Mal bei solchen Anlässen wieder meinen ISO-Kampf. Wie vermeide ich es, dass ich mit den ISO-Werten über 1600 gehen muss ? Ich versuche Licht ins Bild zu bekommen. Ich wähle den Bildausschnitt so das ich z.B. noch einen Scheinwerfer mit auf dem Bild habe. Der Grund ist einfach — Bildrauschen sieht man am Besten in dunklen Bildelementen. Also in den schwarzen Bildteilen fällt Bildrauschen besonders auf. Auf einem weissen T-Shirt sieht man das Bildrauschen hingegen kaum. Also je mehr Helligkeit ich im Bild miteinbeziehen kann, desto geringer fällt das Bildrauschen aus.

Im Endeffekt zählt aber das Bild. Ein Bild, geprägt von Bildrauschen, ist trotzdem ein Bild das ich zeigen kann. Habe ich das Bild nicht aufgenommen weil ich weiss dass es geprägt wäre vom Bildrauschen, so wäre es eben trotzdem ein Bild gewesen.

Der Abend war ein absoluter Genuss. Sicherlich nicht wegen der schlechten Beleuchtung und dem grotten-schlechten Rauschverhalten meiner Sony. Aber ein Genuss den Kindern zuzusehen bei ihrer Aufführung. Ein Genuss in die vielen freundlichen Gesichter zu blicken die stolz sind auf die Darbietungen ihrer Schützlinge, ihrer Kinder, ihrer Geschwister. Vielen Dank.

2 Kommentare

    1. Charlie Autor

      Merci Edith
      zum Glück gewinne ich diesen Kampf auch ab und zu. Sonst wäre es zu frustrierend. Aber man muss sein Gerät schon gut kennen um die Grenzen ausloten zu können. Bis bald

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